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Dead Man's Wire
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BEWERTUNG |
21.08.2026 von MarSEine ganze Zeit lang war es sehr ruhig um Multitalent Gus Van Sant (Kids, Good Will Hunting, Milk). Nun meldet er sich mit der Verfilmung einer unglaublichen, aber dennoch wahren Entführungsgeschichte zurück, die in den 70ern Amerika in Atem hielt...
Februar 1977, Indianapolis. Weil er sich von der Meridian Mortgage Company und deren Inhaber M. L. Hall (Al Pacino) hintergangen und um seinen erhofften Gewinn betrogen fühlt, hat sich Tony Kiritsis (Bill Skarsgård) dazu entschlossen, selbst für Gerechtigkeit zu sorgen. Kurzerhand nimmt er M. L. Halls Sohn Richard (Dacre Montgomery) als Geisel, befestigt eine Schrotflinte an dessen Hals und fordert eine Entschädigung in Millionenhöhe sowie eine öffentliche Entschuldigung. Doch als sich Tony mit dem entführten Richard in seiner Wohnung verbarrikadiert, entwickelt sich der Fall zu einem regelrechten Spektakel für die Presse, und während Tony von zahlreichen Amerikanern als Held gefeiert wird, weigert sich M. L. Hall strickt, ein Schuldeingeständnis zu liefern...
Auch wenn es sich bei der geschilderten Tat um einen verzweifelten Akt eines hoffnungslosen Mannes handelt und die Ereignisse durchaus dramatisch sowie in ihrer Form durchaus fragwürdig ablaufen, so ist die Geschichte um Tony Kiritsis am Ende doch so skurril und absurd, dass Regisseur Gus Van Sant hier genau die richtige Entscheidung getroffen hat. Anstatt einen knallharten Thriller zu liefern, präsentiert er mit Dead Man´s Wire ein zurückhaltendes, ruhiges Thrillerdrama, das seine Geschichte durchwegs mit einem Augenzwinkern und einer guten Portion Humor erzählt, ohne dabei jedoch den zugrundeliegenden Ernst ins Lächerliche zu ziehen. Gleichzeitig setzt Van Sant auf einen realistischen Look, der von dokumentarisch gefilmten "Fernsehaufnahmen" ebenso unterstützt wird wie von der insgesamt absolut authentischen, glaubwürdigen und detailgetreuen Ausstattung. In Dead Man´s Wire kommt zweifellos eine Menge 70er Jahre Flair auf, sowohl was die Optik betrifft, als auch den angenehm zurückhaltenden aber stets stimmig eingesetzten Score. Getragen wird das beinahe vollständig auf Action oder hervorzuhebende Highlights auskommende Geschehen allerdings von den Darstellern, allen voran dem mal wieder großartig agierenden Bill Skarsgård. Obwohl recht schnell klar ist, dass er lediglich seiner eigenen Ansicht nach wirklich ein Opfer ist, und seine Handlungen wenig heldenhaft, sondern vielmehr die Ergebnisse eines kranken Geistes sind, hegt man als Zuschauer stets Sympathie für die chaotisch ausgeführte Verzweiflungstat sowie den Mann, der dahintersteckt. Interessant in diesem Bezug sind einige echte Originalaufnahmen, die den Abspann schmücken, und die aufzeigen, dass selbst das ans Overacting grenzende Spiel Skarsgårds zu keinem Zeitpunkt an sein reales Vorbild heranreicht...
Details der Blu-ray
Die Blu-ray überzeugt einerseits durch ein scharfes, detailfreudiges Bild, andererseits aber auch durch einen stimmigen, leicht körnigen Look mit reduzierter Farbbrillanz und zurückhaltendem Kontrastumfang, was im Gesamtbild für einen authentischen, absolut homogenen Eindruck sorgt. Die Tonspur bietet eine atmosphärische Abmischung, ohne übermäßig auf Effekte oder sonstige Spielereien zu setzen. Stattdessen liefert der Ton ein ausgewogen ausbalanciertes, sehr natürliches Klangbild. Cover & Bilder © LEONINE Distribution GmbH - Alle Rechte vorbehalten. / © Stefania Rosini SMPSP Das Fazit von: MarS
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