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No other choice
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BEWERTUNG |
04.07.2026 von XthoniosEr steht im Garten, grillt den Aal, feiert sein Firmenjubiläum – und ahnt nicht, dass sein Leben bereits abgewickelt ist. Wenig später wird aus einem verdienten Familienvater ein Mann, der nicht mehr um eine Stelle konkurrieren will, sondern die Konkurrenz beseitigt...
Im Zentrum steht Man-su, gespielt von Lee Byung-hun, ein langjähriger Spezialist in der Papierproduktion. Seit 25 Jahren arbeitet er für eine Papierfabrik, lebt mit Ehefrau Mi-ri, den Kindern und Hunden in einem gepflegten Haus und glaubt, sich durch Fleiß und Loyalität eine sichere Existenz aufgebaut zu haben. Doch nach der Übernahme seiner Firma durch ein US-Unternehmen wird Man-su entlassen. Was zunächst wie ein beruflicher Rückschlag wirkt, wird für ihn zur existenziellen Demütigung: Die Familie muss sparen, die Hypothek drückt, die Hunde verschwinden zu den Schwiegereltern, Mi-ri nimmt wieder Arbeit auf, und Man-su landet nach erfolglosen Bewerbungen in einem Supermarktjob. Aus dieser Mischung aus Scham, Statusangst und Selbstmitleid entsteht schließlich eine monströse Idee. Man-su erkennt, dass nicht nur fehlende Stellen sein Problem sind, sondern die anderen Bewerber. Also erstellt er eine fingierte Stellenanzeige, um potenzielle Konkurrenten zu identifizieren – und beschließt, sie aus dem Weg zu räumen.
No Other Choice ist dann am stärksten, wenn Park Chan-wook das Absurde nicht vom Realen trennt. Man-su ist kein klassischer Filmkiller, sondern ein erschreckend nachvollziehbarer Kleinbürger, der in einer Leistungsgesellschaft gelernt hat, seinen Wert über Arbeit, Besitz und Versorgungskraft zu definieren.
Gerade deshalb ist sein Absturz so unangenehm: Der Film zwingt das Publikum, weniger nach dem „Monster“ zu suchen als nach den Bedingungen, die dieses Monster hervorbringen. Lee Byung-hun spielt Man-su mit einer faszinierenden Mischung aus Kränkung, Panik und pedantischer Entschlossenheit. Seine Figur bleibt moralisch abstoßend, aber psychologisch greifbar. Das ist eine der großen Leistungen des Films: Er entschuldigt Man-su nicht – aber er beobachtet ihn präzise genug, um seine innere Logik sichtbar zu machen. Der Film hebt den plötzlichen Machtverlust des Protagonisten hervor und zeigt, wie sich seine Verzweiflung zuspitzt.
Der Film ist so kunstvoll und mit vieler Liebe zum Detail erschaffen worden, dass man sich nicht mehr sicher ist, wie man Alles empfinden soll. Auf der einen Seite bietet der Stoff ein grandioses sozialpolitisches Drama und wechselt dann abrupt ins Absurde. So fehlt dem Film letzten Endes etwas an Vollständigkeit bzw. einem schlüssigen Gesamtkonzept.
Trotzdem bleibt No Other Choice ein scharfes, bitteres und oft makaber komisches Werk – ein Film darüber, wie gefährlich es wird, wenn ein Mensch nicht sich selbst, sondern nur noch seinen Platz im System retten will.
Die technische Seite der BD-Satire
Für den deutschen Heimkinomarkt erschien der Film auf Blu-ray und UK UHD. Die reguläre deutsche Blu-ray von Plaion Pictures wird mit einer Laufzeit von 139 Minuten und bietet dem Käufer eine mehrsprachige DTS-HD Master Audio 5.1 Tonspur an.
Trotz digitaler Produktion präsentiert sich No Other Choice überraschend analog anmutend: Feines Rauschen und gezielt eingesetztes Korn sorgen für eine organische, filmische Bildwirkung. Starke Kontraste mit sattem Schwarz und zurückhaltend überstrahlten Highlights sowie kräftige Farben – insbesondere Grüntöne und Kleidung – unterstützen die visuelle Qualität. Die Schärfe bleibt solide, Details in Nahaufnahmen sind gut sichtbar, wenngleich mit einigen Schwächen Akustisch liegt der Film in DTS-HD-Master vor. Während die deutsche Synchronisation durch etwas dumpfe, schlecht integrierte Dialoge auffällt, punktet der Raumklang mit dynamischen Momenten – etwa in Fabrik- und Wetterszenen. Insgesamt bleibt die Dynamik jedoch moderat, mit leichten Vorteilen für die Originalfassung. Cover & Bilder © Plaion Pictures / © 2025 CJ ENM Co. Ltd. MOHO FILM ALL RIGHTS RESERVED Das Fazit von: Xthonios
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Die Story



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