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Prey
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BEWERTUNG |
13.06.2017 von GloansBunny
Gentechnik und Weltraumforschung sind Dinge, von denen man manchmal einfach die Finger lassen sollte, wie der Sci-Fi-Kracher Prey beweist. Denn im Weltall hört Dich bekanntlich niemand schreien...
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Steuerung und Sound: Das hab ich doch schon mal irgendwo gesehen...
Prey bedient sich dem typisch intuitiven Controllerlayout von Ego-Shootern, sodass nach einer kurzen Eingewöhnungsphase via Tutorial alles sehr einfach von der Hand geht. Sowohl der Einsatz von Waffen, als auch die Interaktion mit der Umwelt funktionieren kinderleicht und stellen lediglich eingefleischte Konsolen-Rambos vor Herausforderungen, da die Steuerung das Konzept von langsamen, bedachten Bewegungen aufgreift. Insgesamt fühlt man sich an den Tasten aber sofort heimisch und lernt auch schnell das informative, übersichtlich gestaltete Inventarmenü zu schätzen.
Akustisch bewegt sich Prey auf konstant hohem Niveau mit kleinen Ausreißern nach unten. Die stimmungsvolle Musikkulisse drückt die Atmosphäre in bedrohliche Höhen und erinnert mit ihrer Gestaltung ein wenig an die Alien-Filme. Diverse Schockmomente unterstreicht der orchestrale Soundtrack meist sehr gezielt, wobei gelegentliche "Hänger", bei denen die dramatische Musik erst einsetzt, wenn schon alles vorbei ist, die Ausnahme bestätigen. Lobenswert zu erwähnen hingegen ist die gelungene deutsche Synchronisation. Ambitionierte Sprecher, hervorragend portierte Dialoge und satte Umgebungsgeräusche ergeben ein akustisch äußerst tiefreichendes Spektakel.
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Prey gilt seit den Trailern als absoluter Blockbuster am Spielehimmel und sah auf den ersten Blick extrem gut aus. Die fertige Version hingegen muss sich statt mit High Tech mit der etwas in die Jahre gekommenen CryEngine 3 zufrieden geben. Die gestalterische Mixtur aus Comic und Realismus erinnert stark an BioShock und hat immer wieder mit verwaschenen, nachladenden Texturen zu kämpfen. Die zahlreichen Details, die in den verwinkelten und stimmungsvollen Kulissen zu sehen sind, geraten so leider ein wenig in den Hintergrund. Auch Framerateeinbrüche und mitunter minutenlange Ladezeiten trüben den Spielfluss immer wieder. Wer die Pausenzeiten für Kaffee kochen oder Waschmaschine ausräumen nutzt, kann hiervon profitieren, für alle anderen werden die Ladezeiten zur Geduldsprobe. Wer allerdings über diese Makel hinwegsehen kann, wird mit einem atmosphärischen Kulissenspiel samt tollen Licht- und Schatteneffekten belohnt.
Das Herzstück vom Sci-Fi-Kracher ist die Spielmechanik, die auf taktisches Gespür und Umsicht setzt. In der Haut von dem wahlweise männlichen oder weiblichen Alter Ego Morgan Yu befindet Ihr Euch wie eingangs erwähnt an Bord der Raumstation Talos 1- und natürlich seid Ihr dort nicht alleine. Zahlreiche Aliens, "Typhons" und "Mimics" genannt, trachten Euch mit zugegeben etwas durchwachsener KI nach dem Leben. Die offene Spielwelt bietet dabei sowohl Euch, als auch Euren Gegnern zahllose Möglichkeiten für Hinterhalte, Vorgehensweisen und Verstecke. Nicht immer ist der direkte Weg auch die beste Wahl, wer die Augen offen hält, stößt auf Schächte, Regale oder mit Passwörtern geschützte Türen, die Euch ein gewaltfreies Vorankommen ermöglichen. Die abwechslungsreich gestalteten Missionen lassen Euch dabei meist freie Hand, womit Prey den Entdeckerdrang quasi an jeder Ecke weckt und Euch viel Spielraum für sowohl taktisches, als auch offensives Verhalten lässt. Das volle Potenzial entfaltet sich dabei etappenweise, schaltet Ihr erst nach und nach neue Fähigkeiten und Neuromods frei, die Eurem zu Beginn etwas schwachbrüstigen Charakter Stärke verleihen. Erst wenn Ihr etwa Fähigkeiten wie Ausdauer, die beim Laufen und Schlagen verbraucht wird, automatisches Heilen und Heimlichkeit nach einigen Stunden im All verbessern dürft, solltet Ihr Euch Gedanken über näheren Körperkontakt mit den Aliens machen. Die Möglichkeit, das Alter Ego in den Kategorien Wissenschaftler, Techniker und Sicherheit zu spezialisieren, motiviert und wirkt sich zudem spürbar auf das Gameplay aus, wobei Ihr trotz allem immer auf Alternativen zurückgreifen könnt. Ein auf Hacken und Schlösser knacken getrimmter Morgan etwa kann dennoch genauso gut klettern und mit dem Gloo-Schaum Treppen bauen, um in unerforschte Areale vorzustoßen, wie ein im Nahkampf ausgebildeter Yu auch Gebiete außerhalb der Station ohne wissenschaftliches Know How erkunden kann. Egal wie und egal wo Ihr Eure Erkundungen tätigt, selbst wenn Ihr wie der Ochs vorm Berg bzw. vor verschlossenen Türen steht, irgendwann schließt sich der Kreis und lässt wieder alles in einem Zusammenhang stehen. Die Kunst, wie Prey die offene Welt mit einer offenen Spielmechanik verbindet, zeugt von höchster Qualität und bindet Euch fast schon magisch ans Spiel. Wie komme ich in dieses Dock? Was hat es mit diesen ominösen Emails auf sich? Schleiche ich mich lieber an dem Alien dort vorne vorbei oder umgehe ich es, wie es mir beliebt? Unzählige Geheimnisse und Möglichkeiten stehen Euch offen, die Ihr selbst mit einmaligem Durchspielen nach rund 35 Stunden noch nicht alle erkundet haben werdet. Schließlich gibt es noch die Talente Energie, Verwandeln und Telepathie, die kinetische Neuromods und somit nochmal enormen Schwung ins taktische Vorgehen bringen. Dass für deren Freischaltung Aliens gescannt und Informationen gesammelt werden müssen, versteht sich von selbst...
Cover & Bilder © Bethesda Softworks LLC, a ZeniMax Media company. Marken sind das Eigentum ihrer jeweiligen Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten. Das Fazit von: GloansBunny
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