Unstoppable Gorg

Unstoppable Gorg

Publisher: Headup Games
Entwicklerstudio: Futuremark
Genre: Strategie
Sub-Genre: Tower-Defense
Art: Lowprice
Erscheinungsdatum: 19.01.2012
USK 6

Unstoppable Gorg   24.07.2012 von Torsten

Futuremark ist weitläufig bekannt für seine beliebten Benchmark-Programme. Aber neben den synthetischen FPS-Stoppuhren entwickeln sie auch Spiele. Als letztes Beispiel der Spaß-Abteilung haben sie im Januar dieses Jahres ein Tower-Defense-Spiel mit ungewöhnlichen Ansätzen über Headup Games veröffentlicht. Mittlerweile ist das Spiel mitunter bei Amazon für einen Preis von etwa vier Euro erhältlich. Ramsch-Ware oder kostengünstiges Kleinod? Wir haben noch einmal reingeschaut und verraten, ob der Kauf lohnt.

 

Tower-Defense-Spiele erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit, was im einfachen Spielprinzip mit schnell zu durchschauender Taktik-Komponente begründet zu sein scheint. Das Genre ist über den Apple-Hype noch einmal erblüht und wurde nach den wettbewerbsmäßigen Wurzeln recht schnell Gelegenheitsspielern in aller Welt zugänglich gemacht. Doch wozu sollte der geneigte Spieler sich nun unbedingt Unstoppable Gorg kaufen, was macht es so besonders? Zunächst einmal sei hier der doch sehr ungewöhnliche und zeitgleich sehr gelungene Rahmen genannt, der uns bereits im Intro begegnet. Eine Schwarz-Weiß-Sequenz im Stile eines B-Movies der 50er-Jahre bringt das Science-Fiction-Szenario zu Tage. Die Erde trifft auf außerirdisches Leben, welches allerdings leider nicht am Austausch von Technologien und interstellarem Handel interessiert ist. Die Menschheit befindet sich kurze Zeit später im Krieg, die Untertassen der Gorg sind im Anflug und sofortiges Handeln wird erforderlich.

 

Die nett gestalteten Zwischensequenzen und die allgegenwärtige Optik einer 50er-Jahre-Raumstation mit all ihren silbernen Schaltern und abgerundeten Instrumenten, Flat- oder gar Touchscreens hatte man damals noch gar nicht im Bereich des machbaren gewähnt, sind allerdings nur optisches Schmankerl. Interessant ist eher der variable Aufbau des Spiels, denn wie im Genre üblich, beginnen die feindlichen Schiffe zunächst, einer festgelegten und mit farbigen Linien gekennzeichneten Route zu folgen, dessen Ziel die eigene Raumbasis ist. Diese muss natürlich verteidigt werden. Um die Angreifer abzuwehren, platzieren wir nach und nach Abwehrgeschütze auf Umlaufbahnen rund um unsere Basis auf fest vorgeschriebenen Punkten. Dazu wird der Einsatz von Generatoren notwendig, denn die erzeugen die nötige Währung für den Kauf der Geschütze. Mit Forschungssatelliten werden Upgrades freigeschaltet, die beispielsweise Schussfrequenz und Projektil-Anzahl der kleinen Abwehr-Trabanten steigern. Hört sich gut an, ist aber nichts Besonderes, wäre da nicht die kleine Besonderheit von Unstoppable Gorg, denn die einzelnen Ringe der Umlaufbahnen lassen sich mitsamt der darauf platzierten Trabanten beliebig verschieben. Das wird allerdings auch spätestens dann zwingend notwendig, sobald mehrere Gorg-Mutterschiffe ihre lästigen Widersacher auf die Reise schicken und die Routen sich zudem dynamisch ändern. Hier muss der Spieler also neben dem Platzieren der käuflichen Objekte diese auch der Lage angepasst verschieben. Neben der erweiterten taktischen Komponente kommt hierbei auch jede Menge Hektik auf.

 

 

Ein Low-Budget-Titel, selbst wenn er von einem Benchmark-Hersteller entstammt, bietet natürlich nicht das Bombast-Grafikgerüst des neuesten Ego-Shooter-Hits. Dennoch wirkt das Ganze stimmig und glaubhaft, geradezu charmant. Die Zwischensequenzen sind hervorragend inszeniert, sogar an die Fäden, an denen die billigen Untertassen aus Pappe aufgereiht werden, wurde gedacht. Dazu kommt ein reißerischer Sprecher, der die drohende Gefahr der Invasion mit Unheil verkündender Stimme anpreist, einfach herrlich.



Cover & Bilder © Headup GmbH, All rights reserved.


Das Fazit von: Torsten

Torsten

Unstoppable Gorg ist ein sehr gelungener Ableger des Tower-Defense-Spielprinzips in authentischer B-Movie-Aufmachung eines 50er-Jahre-Films. Das hochdynamische Spielprinzip mit variablen Angriffsrouten und nach ihrer Platzierung noch zu verschiebenden Abwehrplattformen bringt frischen Wind ins starre Gerüst eines bekannten Genres. Für einen beinahe unschlagbar günstigen Preis wird hier viel mehr geboten als bei Freeware-Titeln. Das Spiel braucht sich sogar vor Vollpreis-Titeln nicht zu verstecken. Wer auf Tower-Defense steht, sollte Unstoppable Gorg unbedingt einmal anschauen oder besser gleich kaufen. Das Spiel ist mittlerweile auch für iOS erschienen, ein Ableger für Xbox LIVE Arcade ist in Arbeit.


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positiv negativ
  • 50er-Jahre-Flair
  • Dynamisches Spielsystem
  • 21 Welten
  • Nette Präsentation
  • Motivierendes Spielprinzip
  • Forschung und Upgrades
  • Für Zwischendurch hervorragend geeignet
  • Humorvoll
  • Gutes Tutorial
  • Einige Passagen recht fordernd
  • Abwechslungsarme Soundeffekte
  • Auf Dauer etwas eintönig





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