The Priest

The Priest

Originaltitel: Purgatory Road
Genre: Horror • Thriller
Regie: Mark Savage
Hauptdarsteller: Sylvia Grace Crim • Jeremy Sande
Laufzeit: DVD (96 Min) • BD (99 Min)
Label: Sony Pictures Entertainment / Tiberius Film
FSK 18

The Priest   02.12.2019 von MarS

Dass die Erlösung durch den Herrn eine schmerzhafte Erfahrung sein kann, das beweisen zwei Brüder im Horrorthriller The Priest - Vergib uns unsere Schuld. Dass in dem Film mehr steckt, als es zunächst den Anschein hat, das beweisen Euch die Sofahelden in ihrer Kritik...

 

Inhalt

 

Vincent ist Priester. Unterstützt von seinem Bruder Michael fährt er mit einer mobilen Kirche durchs Land und nimmt den Menschen die Beichte ab. Während allen Sündern, die ihre Taten ehrlich bereuen, von Vincent die Absolution erteilt wird, bringt er die Übrigen von ihnen kurzerhand um. Die Leichen werden von Vincent und Michael zerstückelt und im Keller des eigenen Hauses entsorgt. Als die Brüder eines Tages auf Mary Francis treffen und die junge Frau sich den beiden als Hilfe anbietet, ist dies der Beginn eines blutigen Albtraums...

 

The Priest - Vergib uns unsere Schuld ist kein Film, der sich so einfach einordnen lässt. Zunächst einmal schreit hier alles nach einem trashigen Low-Budget Film. Die Inszenierung sieht billig aus, die Darsteller samt Dialogen bewegen sich auf sehr niedrigem Niveau, und die Erzählung stolpert von einer Momentaufnahme in die Nächste, während lediglich die handgemachten und durchaus ansehnlichen Splattereffekte für ein paar Schauwerte sorgen. Ein Film, den man genauso gut auslassen könnte also. Das ändert sich allerdings, sobald die drei Hauptfiguren erstmals aufeinandertreffen und der Film im Anschluss eine ganz eigene Dynamik entwickelt, inklusive unerwarteter Wendungen und einer interessanten Geschichte, die man so zu Beginn nicht erwartet hätte. Zwar braucht The Priest sehr lange, bis dieser Zeitpunkt gekommen ist, und auch danach bleibt die günstige Produktion nicht verborgen, unterhaltsam ist das Ganze aber dann plötzlich doch. Während Priester Vincent und die ruhige, aber psychopathisch veranlagte Mary Francis die Erzählung immer chaotischer werden lassen und unaufhaltsam der Eskalation entgegensteuern, fungiert der besonnene und von der Situation oftmals überforderte Michael unterdessen als angenehmer und glaubwürdiger Ruhepol, der sein Möglichstes tut, um das unvermeidbare Ende zumindest hinauszuzögern. Was die eigentlichen Beweggründe der Brüder betrifft, liefert The Priest - Vergib uns unsere Schuld letzten Endes eine durchaus emotional geprägte Auflösung, die sich unerwartet gut in die Geschichte einfügt und den Film durch das konsequente Finale gekonnt aus dem zunächst erwarteten Qualitätstief holt. Die breite Masse wird The Priest nie erreichen, Fans von Filmen mit geringem Budget aber interessanten Geschichten - garniert mit deftigen Splatterszenen - kommen hier aber auf jeden Fall auf ihre Kosten.

 

Bildergalerie von The Priest (7 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Die Qualität der Blu-ray ist nicht sonderlich beeindruckend. Das Bild bietet meist nur in gut ausgeleuchteten Außenaufnahmen und bei Closeups echtes HD-Feeling, bewegt sich ansonsten aber eher auf überschaubarem Niveau. Starkes Filmkorn und Bildrauschen begleitet vor allem die dunklen Szenen, während die Schärfe sowie der Detailgrad immer wieder abfallen. Die Tonspur verzichtet weitestgehend auf Dynamik und Räumlichkeit, Effekte sind nur selten gezielt ortbar. Die Dialoge sind klar und verständlich, aber recht monoton, während Schüsse und andere Effekte auf Grund ihrer Kraftlosigkeit meist im Nichts verpuffen.



Cover & Bilder © Tiberius Film


Das Fazit von: MarS

MarS

The Priest - Vergib uns unsere Schuld kann seine Herkunft uns sein geringes Budget zwar nicht verbergen, entpuppt sich aber nach einem etwas zu lange geratenen Einstieg als durchaus interessanter Horrorthriller, der auch seine Stärken vorzuweisen hat. Mit etwas mehr Gespür bei der Inszenierung und natürlich etwas mehr Budget für Darsteller und Drehbuchautoren hätte hier eine kleine Perle entstehen können, doch auch so weiß The Priest - Vergib uns unsere Schuld vor allem in der zweiten Hälfte deutlich besser zu unterhalten, wie man das zunächst erwarten würde.


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