Truly Naked

Truly Naked

Originaltitel: Truly Naked
Genre: Drama
Regie: Muriel d’Ansembourg
Hauptdarsteller: Caolán O'Gorman • Safiya Benaddi
Laufzeit: DVD (98 Min) • BD (102 Min)
Label: Capelight Pictures
FSK 16

Truly Naked   02.09.2026 von MarS

Mit ihrem Spielfilmdebüt Truly Naked geht Regisseurin Muriel d´Ansembourg ein mutiges Wagnis ein, und versucht einen Film über das Pornobusiness mit einer Coming-of-Age Geschichte zu verbinden. Capelight Pictures veröffentlicht das ungewöhnlich explizite Drama auf DVD und Blu-ray...

 

Inhalt

 

Für den junge Alec (Caolán O´Gorman) ist Pornografie nichts Ungewöhnliches. Während andere Teenager von den ersten sexuellen Erfahrungen träumen, kümmert sich Alec zuhause um den Dreh und den Schnitt von Pornofilmen, in denen sein Vater Dylan (Andrew Howard) die Hauptrolle spielt. Nach einem Umzug hofft jedoch auch Alec auf einen Neuanfang, und versucht deshalb sein Doppelleben zu verheimlichen. Als er allerdings im Zuge eines Schulprojekts die aufgeschlossene und rebellische Nina (Safiya Benaddi) kennenlernt und sich die beiden zusehends näherkommen, muss Alec recht schnell erkennen, dass echte Liebe nichts mit dem zu tun hat, was er bislang kennengelernt hat...

 

Es ist schon unerwartet explizit und regelrecht schockierend, was Muriel d´Ansembourg dem Zuschauer hier zumutet, vor allem da Truly Naked mit seiner Coming-of-Age Geschichte doch eher auf ein breites Publikum ausgerichtet ist. Und doch gelingt ihr - zumindest die meiste Zeit über - der Spagat zwischen diesen beiden Welten hervorragend. Einerseits die Welt des Pornobusiness, in der Sex nur das Mittel zum Zweck darstellt, und so etwas wie Nähe und Zärtlichkeit nicht zu existieren scheinen. Hier profitiert Truly Naked von der großartigen Chemie und Dynamik zwischen Caolán O´Gorman und Andrew Howard, wobei vor allem Howard als ebenso liebender Vater wie auch eiskalter Pornostar zu überzeugen weiß. Andererseits die ersten Gefühle zweier Teenager, die sich irgendwie mit der neuen Situation, aber auch ihren unterschiedlichen Erfahrungen in Sachen "Liebe" zurechtfinden müssen, wobei man auch hier nicht nur Caolán O´Gorman hervorheben muss, sondern auch seinen emotionalen Gegenpol Safiya Benaddi. Gerade der romantische Coming-of-Age Part in Truly Naked ist dank diesen beiden Jungdarstellern wirklich gut gelungen, und steht dabei in einem wundervollen Kontrast zum oftmals verstörenden Geschäft mit nackten Körpern, Unterwürfigkeit und fragwürdigen Produktionsbedingungen, wodurch sich d´Ansembourgs Werk geschickt von der Pornoindustrie distanziert. Zumindest zu Beginn, denn während die Handlung und damit die zunächst ambivalente Darstellung der Figuren sowie die ansprechend inszenierte Annäherung zweier Jugendlicher immer weiter voranschreiten, greift Truly Naked mit zunehmender Laufzeit ebenfalls immer häufiger auf drastische Bilder zurück - also genau das, was d´Ansembourgh eigentlich kritisieren möchte. Das ist etwas schade, sorgt aber letztendlich zum einen dafür, dass einige Szenen noch lange im Gedächtnis bleiben werden, zum anderen jedoch auch für einen äußerst markanten und nachvollziehbaren Wendepunkt in der Entwicklung und für die persönliche Einstellung der Hauptfigur Alec...

 

Bildergalerie von Truly Naked (6 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Die Blu-ray liefert ein sehr klares, sauberes und scharfes Bild mit ausgewogenem Kontrastumfang und natürlicher Farbdarstellung. Die Tonspur bleibt eher zurückhaltend und frei von nennenswerten Highlights, erweist sich aber insgesamt als angenehm ausbalanciert und in Bezug auf die Erzählung als durchaus harmonisch. Die Sprachausgabe bleibt stets verlustfrei und klar verständlich.



Cover & Bilder © capelight pictures OHG / © Myrthe Mosterman


Das Fazit von: MarS

MarS

Mit Truly Naked liefert uns Debütantin Muriel d´Ansembourg einen mutigen, aber auch zweischneidigen Film. Auf der einen Seite erzählt das Drama von einer Teenager-Romanze und der Entwicklung eines Jugendlichen, der von seiner sexualisierten Entwicklung zunächst eine völlig falsche Vorstellung von Nähe, Verletzlichkeit und Liebe hat, und erst an der Herausforderung echter Liebe wachsen muss. Auf der anderen Seite ist die Kritik an der Pornoindustrie etwas zu oberflächlich ausgefallen, während Truly Naked letztendlich selbst auf schockierende, verstörende und damit eigentlich überflüssige pornografische Szenen setzt. Trotzdem, und nicht zuletzt auf Grund der hervorragenden Dynamik und Chemie zwischen den Darstellern, ein sehenswerter und interessanter Film - jedoch absolut nichts für prüde Zuschauer, denn dafür ist Truly Naked deutlich zu explizit in seiner Darstellung...


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