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Truly Naked
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BEWERTUNG |
02.09.2026 von MarSMit ihrem Spielfilmdebüt Truly Naked geht Regisseurin Muriel d´Ansembourg ein mutiges Wagnis ein, und versucht einen Film über das Pornobusiness mit einer Coming-of-Age Geschichte zu verbinden. Capelight Pictures veröffentlicht das ungewöhnlich explizite Drama auf DVD und Blu-ray...
Für den junge Alec (Caolán O´Gorman) ist Pornografie nichts Ungewöhnliches. Während andere Teenager von den ersten sexuellen Erfahrungen träumen, kümmert sich Alec zuhause um den Dreh und den Schnitt von Pornofilmen, in denen sein Vater Dylan (Andrew Howard) die Hauptrolle spielt. Nach einem Umzug hofft jedoch auch Alec auf einen Neuanfang, und versucht deshalb sein Doppelleben zu verheimlichen. Als er allerdings im Zuge eines Schulprojekts die aufgeschlossene und rebellische Nina (Safiya Benaddi) kennenlernt und sich die beiden zusehends näherkommen, muss Alec recht schnell erkennen, dass echte Liebe nichts mit dem zu tun hat, was er bislang kennengelernt hat...
Es ist schon unerwartet explizit und regelrecht schockierend, was Muriel d´Ansembourg dem Zuschauer hier zumutet, vor allem da Truly Naked mit seiner Coming-of-Age Geschichte doch eher auf ein breites Publikum ausgerichtet ist. Und doch gelingt ihr - zumindest die meiste Zeit über - der Spagat zwischen diesen beiden Welten hervorragend. Einerseits die Welt des Pornobusiness, in der Sex nur das Mittel zum Zweck darstellt, und so etwas wie Nähe und Zärtlichkeit nicht zu existieren scheinen. Hier profitiert Truly Naked von der großartigen Chemie und Dynamik zwischen Caolán O´Gorman und Andrew Howard, wobei vor allem Howard als ebenso liebender Vater wie auch eiskalter Pornostar zu überzeugen weiß. Andererseits die ersten Gefühle zweier Teenager, die sich irgendwie mit der neuen Situation, aber auch ihren unterschiedlichen Erfahrungen in Sachen "Liebe" zurechtfinden müssen, wobei man auch hier nicht nur Caolán O´Gorman hervorheben muss, sondern auch seinen emotionalen Gegenpol Safiya Benaddi. Gerade der romantische Coming-of-Age Part in Truly Naked ist dank diesen beiden Jungdarstellern wirklich gut gelungen, und steht dabei in einem wundervollen Kontrast zum oftmals verstörenden Geschäft mit nackten Körpern, Unterwürfigkeit und fragwürdigen Produktionsbedingungen, wodurch sich d´Ansembourgs Werk geschickt von der Pornoindustrie distanziert. Zumindest zu Beginn, denn während die Handlung und damit die zunächst ambivalente Darstellung der Figuren sowie die ansprechend inszenierte Annäherung zweier Jugendlicher immer weiter voranschreiten, greift Truly Naked mit zunehmender Laufzeit ebenfalls immer häufiger auf drastische Bilder zurück - also genau das, was d´Ansembourgh eigentlich kritisieren möchte. Das ist etwas schade, sorgt aber letztendlich zum einen dafür, dass einige Szenen noch lange im Gedächtnis bleiben werden, zum anderen jedoch auch für einen äußerst markanten und nachvollziehbaren Wendepunkt in der Entwicklung und für die persönliche Einstellung der Hauptfigur Alec...
Details der Blu-ray
Die Blu-ray liefert ein sehr klares, sauberes und scharfes Bild mit ausgewogenem Kontrastumfang und natürlicher Farbdarstellung. Die Tonspur bleibt eher zurückhaltend und frei von nennenswerten Highlights, erweist sich aber insgesamt als angenehm ausbalanciert und in Bezug auf die Erzählung als durchaus harmonisch. Die Sprachausgabe bleibt stets verlustfrei und klar verständlich. Cover & Bilder © capelight pictures OHG / © Myrthe Mosterman Das Fazit von: MarS
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