Rambo - Last Blood

Rambo - Last Blood

Originaltitel: Rambo - Last Blood
Genre: Action • Thriller
Regie: Adrian Grunberg
Hauptdarsteller: Sylvester Stallone
Label: Universum Film
FSK 18

Rambo - Last Blood   19.09.2019 von Mario von Czapiewski

Nach zahlreichen günstig runtergekurbelten Direct-To-Video-Produktionen verschlägt es Silvester Stallone mal wieder als Hauptdarsteller auf die große Kinoleinwand. Im voraussichtlich letzten Teil seiner populären Rambo-Reihe mit dem passenden Titel Rambo – Last Blood legt sich eine kriminelle mexikanische Bande mit dem inzwischen stark gealterten Massenschlächter Rambo an. Keine gute Idee...

 

Als die Tochter von John Rambos Haushälterin von einem mexikanischen Menschenhändlerring entführt wird, erschüttert dies den Ruhestand des inzwischen vom Krieg gebeutelten Mannes. Er beschließt die junge Frau, die wie eine Tochter für ihn war, zurückzuholen und zu rächen.

 

Hinsichtlich des Alters von Hauptdarsteller Sylvester Stallone (Rocky) hätte man sicherlich nicht mehr gedacht, dass eine Marke wie Rambo noch einmal ausgekramt wird. Doch nach zahlreichen qualitativ fragwürdigen Ausflügen in die Direct-To-Video-Ecke mit erschreckend günstigen Produktionen wie Escape Plan 2 und Backtrace versucht man es nun nach dem letzten Kinoflop The Expendables 3 noch einmal mit Stallone in einer Hauptrolle. So zentriert sich die gesamte Handlung des Films auch auf den gealterten Actionhelden, der inzwischen alleine in einem Haus abgeschieden auf dem Land lebt und seine Haushälterin sowie ihre Tochter als einzigen Bezugspunkt zulässt.

 

Für eine Exposition, für die massentaugliche und vermeintlich weichgespülte Kinoproduktionen wie 69 Hours ca. 20 Minuten brauchen, lässt sich Rambo – Last Blood fast 75 Minuten Zeit. Bis John Rambo wirklich effektiv zur Tat schreitet und man eine Actionsequenz zu sehen bekommt, die länger als eine Minute geht, vergeht fast der gesamte Film. Die hauchdünne Story voller klischeebeladener Figuren zieht sich wie Kaugummi und fungiert nur zur Legitimation der letzten zehn Minuten des Films. Hier darf John Rambo dann in düsteren Tunnelgängen ein paar Kriminelle blutig ausschalten und sich für wenige Minuten so ausleben, wie man es eigentlich den ganzen Film erwartet hätte.

 

Schauspielerisch gibt sich Sylvester Stallone tatsächlich noch einmal Mühe, irgendeine Emotion herüberzubringen. Dennoch muss man sagen, dass auch seine zeitweise Begleiterin oder die Antagonisten in keinem Moment darstellerisch herausstechen und selbst in ihrem Genre von vergleichbaren Figuren mühelos übertroffen wurden. Dass der Film ein fragwürdiges Bild von Mexiko oder von Frauenfiguren allgemein zeichnet, ist hier tatsächlich das kleinste Übel und im modernen Actionthriller weiterhin ein scheinbar oft genutztes und akzeptiertes Mittel.

 

Damit ist Rambo – Last Blood am Ende ein eher langweiliges, handwerklich mittelprächtiges Drama als ein ernstzunehmender Actionfilm, der diese Bezeichnung verdienen würde. In Zeiten von bekannten und erfolgreichen Filmreihen wie The Raid, John Wick oder selbst den blutleeren Varianten wie 69 Hours ist es wirklich dreist, einen solchen Film so selbstbewusst als Actionfilm zu vermarkten. Rambo – Last Blood ist leider größtenteils unspektakulär, actionarm und vergessenswert.

 

Bildergalerie von Rambo - Last Blood (9 Bilder)


Das Fazit von: Mario von Czapiewski

Mario von Czapiewski

 

Wer bei Rambo – Last Blood einen brachialen Actionfilm erwartet, wird herbe enttäuscht werden. Wenn von 90 Minuten nur die letzten zehn Minuten relevante Action bieten, dann lief irgendwas schief. Rambo – Last Blood ist nur der letzte Tropfen in das Fass, welches von Teil 1 – 4 über Jahre mühsam aufgefüllt wurde. Ein Film, den nicht einmal Fans der Reihe gebraucht hätten.


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