Rocketman

Rocketman

Originaltitel: Rocketman
Genre: Drama • Biografie
Regie: Dexter Fletcher
Hauptdarsteller: Taron Egerton • Richard Madden
Laufzeit: DVD (116 Min) • BD (121 Min)
Label: Universal Pictures Home Entertainment
FSK 12

Rocketman   07.10.2019 von MarS

Gerade erst hat mit Bohemian Rhapsody die Biografie eines Musikers groß abgeräumt, da steht auch schon die nächste vor der Tür. Auch die erzählt die tragische Geschichte eines gefeierten Weltstars, der mit Drogen, Alkohol und seiner Sexualität zu kämpfen hatte. Bühne frei für den Rocketman Sir Elton John...

 

Inhalt

 

Schon als kleiner Junge war Reginald Kenneth Dwight von Musik begeistert. Obwohl von seinen Eltern vernachlässigt und nur von seiner Großmutter Ivy motiviert, erhält Reginald mit 11 Jahren ein Stipendium an der Londoner Royal Academy fo Music, wo er mehrere Jahre lang Klavier erlernte. Mit 18 Jahren gründet er die Band "Bluesology", die als Begleitband durchs Land zieht, und ändert in dieser Zeit seinen Namen zu Elton John (Taron Egerton). Als er schließlich den Songtexter Bernie Taupin (Jamie Bell) kennenlernt, ist das der Auftakt zu einem schillernden, kometenhaften Aufstieg. Doch der Ruhm hat auch seine Schattenseiten, und Eltons Homosexualität macht es für den Musiker nicht gerade einfacher. Während er sich auf der Bühne hinter seinen Outfits und seiner Musik verstecken kann, geht es abseits der Auftritte geradewegs in einen Strudel aus Drogen, Alkohol und Depressionen...

 

Rocketman beleuchtet die Karriere von Sir Elton John von den Anfängen in frühester Jugend bis hin zum Tiefpunkt im Jahr 1990 und dem darauffolgenden Comeback. Dabei nutzt der Film die eigens neu interpretierten Lieder Elton Johns nicht nur zur musikalischen Untermalung, sondern setzt diese direkt und teilweise einem Musical gleich in die Inszenierung ein, um diese zu einem Teil der Erzählung werden zu lassen und damit die Handlung voranzutreiben. Ein geschickter Schachzug, denn die zahlreichen bekannten und weniger bekannten Songs fügen sich perfekt und inhaltlich überraschend stimmig ins Gesamtbild ein, was dafür sorgt, dass diese nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern sich als perfekte Ergänzung erweisen. Im Gegensatz zu Bohemian Rhapsody, der zwar musikalisch und darstellerisch Großartiges lieferte, als Biopic jedoch nur bedingt funktionierte, nimmt sich Rocketman zum einen deutlich weniger Freiheiten in der Erzählung, zum anderen zeigt der Film aber auch wesentlich offener die Probleme, die dramatischen Begleitumstände sowie die tragische Vergangenheit. Gerade in diesem Punkt hat Regisseur Dexter Fletcher deutlich mehr Mut bewiesen, als das noch bei Bohemian Rhapsody der Fall war, bei dem er ebenfalls gemeinsam mit Brian Singer auf dem Regiestuhl saß. Dank eben der Entscheidung, deutlich tiefer in den Charakter und die Geschichte der Hauptfigur abzutauchen, kann einen nicht nur die Musik mitreißen, sondern auch die Geschichte wesentlich emotionaler berühren. Bemerkenswert ist dabei auch die Darbietung von Taron Egerton, dem der Spagat zwischen glaubwürdiger Eigeninterpretation und Momenten in denen man meint, den realen Elton John vor sich zu haben, perfekt gelingt.

 

Bildergalerie von Rocketman (13 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Das Bild der Blu-ray ist hervorragend gelungen und zeichnet sich durch glasklare Aufnahmen, natürliche Farben und einen kräftigen, gut ausbalancierten Kontrast aus. Lediglich der Schwarzwert ist in manchen Szenen nicht ganz perfekt und fällt ein wenig ab, ansonsten liefert das Bild aber auch hier sehr gute Werte. Als kleiner aber zu übersehender Mangel offenbaren sich hin und wieder kleinere Unschärfen in den oberen und unteren Randbereichen. Etwas enttäuschend ist die Tonspur ausgefallen, die im Deutschen - ebenso wie in den übrigen Sprachen - lediglich in einer schwachen Dolby Digital 5.1 Abmischung vorliegt, und nicht wie die Englische in einer Dolby Atmos Spur. Letztere befindet sich in Deutsch nur auf der 4K UHD Scheibe. Wider Erwarten gibt es beim Ton dennoch kaum etwas vorzuwerfen, denn obwohl die deutsche Tonspur etwas kraftloser daherkommt, ist sie dennoch sehr dynamisch und differenziert abgemischt. Gezielter Einsatz der Surroundboxen sowie der stets weitläufig erklingende Soundtrack sorgen für Räumlichkeit und Atmosphäre, so dass man im Laufe des Films schnell vergisst, dass es sich hier um eine eigentlich überholte Abmischung handelt - passendes Equipment natürlich vorausgesetzt.

 

Bilder © Paramount Pictures. Alle Rechte vorbehalten.


Das Fazit von: MarS

MarS

Auf Grund der zeitlichen Nähe, dem sehr ähnlichen Inhalt, aber auch dem gleichbleibenden Regisseur, muss sich Rocketman selbstverständlich dem Vergleich mit Bohemian Rhapsody stellen. Diese nicht gerade geringe Hürde meistert der Film jedoch mit Bravour und überholt seinen Vorgänger in allen Belangen. Taron Egertons Darbietung ist nicht minder beeindruckend als die von Rami Malek, indem er seine persönliche Interpretation gekonnt mit den bekannten Zügen des Originals mixt, wirklich ausschlaggebend ist jedoch die Art der Inszenierung. Rocketman bleibt nicht nur an der Oberfläche, sondern zeigt wesentlich genauer den Charakter und die Geschichte seiner Hauptfigur, was für eine tolle emotionale Bindung sorgt und das Erlebnis noch intensiver macht. Damit ist Rocketman ein perfektes Biopic, dass seiner Hauptfigur ein echtes Denkmal setzt, jedoch die Schattenseiten nicht aus den Augen verliert...


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